Newsletter 2/2005
Newsletter-Archiv


„Die wichtigste Zeit im Seminar ist die Zeit nach dem Seminar!“ Ralf Besser

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1. Wie können Sie verhindern, Gelerntes in Ihren Alltag zu übertragen und Veränderungen zu vermeiden?

2. Was man tun kann, damit ein Problem chronisch wird… Neu auf www.uwestrass.de

3. Linktipps

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1. Wie können Sie verhindern, Gelerntes in Ihren Alltag zu übertragen und Veränderungen zu vermeiden?

Kennen Sie das: nach einem erfolgreichen Seminar, einer erfolgreichen Beratung fallen Sie in das berühmte Loch und kaum drehen Sie sich um, ist fast alles verblasst und Wochen später stellen Sie vielleicht fest, dass Sie fast nichts von dem Seminar, der Beratung umgesetzt haben. Wie genau machen Sie das? Wie schaffen Sie es, zu verhindern, das Gelernte in den Alltag zu übertragen?
Manchmal beende ich meine Seminare, indem ich mit den Teilnehmer/innen einen Transfer-Verhinderungsvertrag abschließe. Was könnte in Ihrem Vertrag stehen?

Ausschnitte aus solchen Verträgen könnten sein:

-          Bereits im Seminar pflege ich meine Euphorie, nehme mir so viele gute Vorsätze vor, dass sie garantiert zu viel für mich sind, am besten ohne Gewichtung und Reihenfolge. Alles mit dem Ziel: Jetzt wird alles anders! Jetzt setze ich alles um, jetzt verändere ich alles so, wie ich es gehört und gelernt habe!

-          Ich gehe sofort zum Alltag über, plane keine Zeit ein, in der ich mich noch einmal den Seminarinhalten widme!

-          Ich reflektiere nicht noch einmal den Lernprozess und stelle nicht anerkennend Lernerfolge fest. Statt dessen konzentriere ich mich darauf, was noch fehlt, wie viel noch fehlt und was mich daran hindern könnte dass alles aufzuarbeiten!

-          Ich schreibe Lernerfolge dem Zufall zu und führe diese nicht auf mein Handeln zurück!

-          Ich werde mit niemandem über das Seminar reden und wenn, nur über das, was fehlte und schlecht war und ich werde auch nicht mit anderen Teilnehmer/innen irgend etwas vereinbaren, wie z.B. sich weiterhin zu treffen und sich bei der Umsetzung gegenseitig zu unterstützen!

-          Ich werde mir auf keinen Fall Ziele setzen für den Transfer der Lerninhalte und wenn ja, dann nur abstrakte, möglichst hohe bis unerreichbare. Die ersten Schritte zur Umsetzung würde ich nicht für den gleichen Tag planen, sondern mir viel Zeit lassen!

-          Wenn ich mich dann doch beim umsetzen und weiterlernen erwische, werde ich mich auf die Hürden, die Schwierigkeiten, die Lernhindernisse konzentrieren. Auch hier werde ich erste Lernerfolge dem Zufall zuschreiben und sie auf keinen Fall auf mich zurückführen und ich würde mich für diese zufälligen Lernerfolge natürlich auch nicht belohnen sondern schnell und stillschweigend darüber hinweggehen! Zwischenergebnisse halte ich auf keinen Fall fest und ich werde auch keine Rituale für die Würdigung dieser durchführen. Erfolge (also Zufälle) behalte ich auf jeden Fall für mich!

Sicherlich könnte diese Liste beliebig fortgesetzt werden. Wie würde bei Ihnen diese Liste aussehen?  Mit Seminarteilnehmer/innen entdecke ich dabei, dass das auch Spaß machen kann. Immer verrücktere Ideen zur Verhinderung von Transfer und Lernen werden gesammelt. Und in diesen Spaß mischt sich dann eine selbstironische Erkenntnis – die der  eigenen Verantwortung für den Transfer bzw. dessen Verhinderung. Aber nicht mit dem moralischen Zeigefinger, sondern mit einem eher lächelnden Blick. Und wenn ich eine Teilnehmer/in später wieder treffe frage ich manchmal: „Und wie erfolgreich waren Sie im Verhindern der Umsetzung?“ und wir fangen beide an zu lachen und plaudern über die Zeit nach dem Seminar. Nicht selten berichten dann Seminarteilnehmer/innen, wie im Alltag plötzlich nicht mehr so selbstverständlich und automatisch auf gewohnte Lernverhinderungsstrategien zurückgreifen konnten, weil diese ja vorher schriftlich fixiert und damit ins Bewusstsein geholt hatten. Es kann eine sehr hilfreiche Erfahrung sein, an dem Ziel „nicht zu lernen – nichts umzusetzen“ zu scheitern statt an dem Ziel „möglichst viel umzusetzen“. Abschließend noch ein Buchtipp zum Thema Transfer in Seminaren: „Transfer: Damit Seminare Früchte tragen“, Ralf Besser, Weinheim 2001

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2. Was man tun kann, damit ein Problem chronisch wird….

 
Zur Ergänzung empfehle ich Ihnen einen Blick auf die MindMap zur Chronifizierung von Problemen:
www.uwestrass.de/to-sys-chronifizierung.html

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3. Linktipps

Zwei hilfreiche Links für die Seminararbeit:

* Gestalten Sie doch einmal zu Ihren Themen ein eigenes Kreuzworträtsel. Auch für Geburtstagseinladungen sehr geeignet!:
http://puzzlemaker.school.discovery.com/CrissCrossSetupForm.html

* Suchen Sie auch öfters verzweifelt nach Zitaten?
http://de.wikiquote.org/wiki/Hauptseite

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Viel Erfolg beim Verlernen und Kreuzworträtselmachen

Ihr Uwe Straß


www.uwestrass.de
kontakt@uwestrass.de © Uwe Straß [2/2005]