Newsletter 6/2004
Newsletter-Archiv


"Das Fragen wirkt wie ein neurologischer Scheinwerfer, der Zusammenhänge zwischen Daten, Fakten, Ereignissen etc. herstellt, die vorher möglicherweise nicht bestanden haben...In diesem Sinne entsteht ....etwas Neues..." Klaus Grochowiak, Stefan Heiligtag in "Magie des Fragens"

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1. Wenn man etwas bewirken will, müsste man aufhören, etwas bestimmtes bewirken zu wollen!
2. Neues auf der Seite www.uwestrass.de: Wie Fragen wirken, Einstiegsfragen, Gruppenphasen, Aktualisierung Existenzgründungslinks, Links Altrheinarme, Stearns-Boot, Erlebnis Oberrhein
3. Training "Hilfreiche Fragen" erfolgreich abgeschlossen. Wiederholung des Trainings am 13.11.2004/14.11.2004
4. Ankündigung "Prepare yourself for business"

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1. Wie Fragen wirken und wie Sie deren Wirkung verhindern können...

Wie wirken eigentlich Fragen? (Wenn Sie wirken...) Nehmen wir einmal an, Ihnen ist es gelungen, in einer Beratung oder einem Unterrichtsgespräch eine Beziehung herzustellen und "anzukoppeln". Und sie könnten jetzt loslegen mit für Ihre Gesprächspartnerin relevanten und hilfreichen Fragen. Wie wirken da eigentlich Ihre Fragen?
Fragen fokussieren auf bestimmte Aspkete bzw. Zusammenhänge. Wie eine Art (neurologischer) Scheinwerfer beleuchten sie Bereiche, die vielleicht vorher im Dunkeln lagen. Dies fördert einen Selbst-Entdeckungsprozess. Sind neue Perspektiven, neue Zusammenhänge, neue Gewichtungen entdeckt, könnte dies eine Neuorganisation des eigenen Informationsbestandes bzw. des eigenen Selbst-Bildes auslösen. Dies wiederum kann sich auf das Handeln, Verhalten auswirken. Soweit die Theorie.
Werfen wir das Scheinwerferlicht auf den Alltag, auf die Praxis: In der Regel agieren wir unter einem großen Handlungsdruck. Wir wollen in unserer Arbeit wirken, etwas bewirken. Am besten gleich und sofort. Das allerdings richtet den Scheinwerfer eher auf uns, auf unsere Sichtweisen und Problemlösungen. Zwar stellen wir Fragen, aber nicht selten bewirken diese eher eine Selbstentdeckung bei uns, als bei denen, die wir befragen.
So erlebe ich in Fallbesprechungen immer wieder den gleichen Prozess: da stellt jemand sehr interessante und häufig auch hilfreiche Fragen und sein/ihr hoher Handlungsdruck führt dazu, dass während die/der  andere schon antwortet, die nächste Frage, die nächste Hypothese im Kopf schon geformt wird. Die Aufmerksamkeit wird komplett von der Problemstellung und den möglichen eigenen Interventionen absorbiert.
Hilfreiche Fragen aber verlangen einen wechselseitigen Prozess von gleichzeitigem Zuhören und Fragen, ein genaues Hinschauen auf das, was beleuchtet wird. Wenn ich z.B. einen Schüler nach Situationen frage, in denen er nicht oder nur ein abgeschwächtes auffälliges Verhalten zeigt, und dieser sich auf die Frage einläßt, beginnt ein Suchprozess, der zu den beschriebenen Wirkungen von Fragen führen kann. Dies aber verlangt ein gründliches Schauen, ein Klären von Begriffen und Bedeutungen. Das beleuchtete Terrain ist auch oder gerade  für den Schüler neu. Seine Augen müssen sich erst an das Licht in diesem bisher dunklen Bereich gewöhnen. Erst ein vorsichtiges Blinzeln, ein erstes Entdecken. So verlangen hilfreiche Fragen vor allem Zeit und Aufmerksamkeit. Und sie verlangen ein Loslösen von den eigenen Ideen, um etwas über die Ideen und Modelle des Anderen zu Erfahren. Wenn also dieser Schüler erzählt, daß letzten Dienstag alles anders war, ist die Frage: was war anders, was war am eigenen Verhalten anders, was hat dies ermöglicht? Wenn der Schüler sagt, er war einfach besser drauf, was heißt das? Wie zeigt sich das? Wie entstand das? Wie wirkte sich das auf Andere aus? Wie wirkten dann die Anderen auf den Schüler zurück? Selten machen sich Schüler (und auch Lehrer) so ausführliche Gedanken. Selten fragen sich Schüler so psychologisch. Daher ist es sinnvoll, darauf zu achten, welche Wörter sie verwenden. Es ist hilfreich, diese aufzugreifen und zu ergründen. Was meint der Schüler wenn er sagt, "ich war halt besser drauf"?
Wenn wir aber eine bestimmte Wirkung, die wir auslösen wollen, im Kopf haben und uns von dieser leiten lassen, geht ein Teil der Aufmerksamkeit, die wir brauchen, im Prozess des "Beleuchtens und Suchens" verloren. Wir konzentrieren uns auf unsere Suchbewegungen und unsere Erklärungsmodelle. Zu schnell vergessen wir dabei, daß nicht wir die Lösung erarbeiten und umsetzen müssen/können. Zu schnell wird aus unserem Wirken-Wollen ein (Be-)drängen.
Dabei entsteht eine paradoxe Situation. Wenn man etwas bewirken will, müsste man aufhören etwas bestimmtes bewirken zu wollen.
An dieser Stelle möchte ich Sie gerne auf die Metapher des korsischen Kiefernwicklers aufmerksam machen, die Sie unter
www.uwestrass.de/prof-orient.html finden.
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2. Neues auf www.uwestrass.de

Mindmap zu diesem Newsletter:
www.uwestrass.de/to-fragenwirken.html

Mindmap "Einstiegsfragen" (zum letzten Newsletter)
www.uwestrass.de/vip/fragenzumeinstieg.pdf

Mindmap "Gruppenphasen"
www.uwestrass.de/vip/gruppenphasen.pdf

Aktualisierung Links zur Existenzgründung
www.uwestrass.de/exgruend/links-exgruend.html

Aktualisierung Links Berufswegeplanung
www.uwestrass.de/bwp

Links zur Erkundung der Altrheinarme (Paddeltouren)
www.uwestrass.de/pro-paddel8.html

Bilder und Informationen zum Schlauchkajak von Stearns
www.uwestrass.de/pro-paddel11.html

Besuchen Sie auch die Internetseite zu meinen neuem Projekt:
www.erlebnis-oberrhein.de

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3. Training "Hilfreiche Fragen" erfolgreich abgeschlossen

Inzwischen ist das Training "Hilfreiche Fragen" erfolgreich abgeschlossen. Es war ein sehr spannendes und sehr intensives Training. Aufgrund der Anfragen und der Aussage vieler, dass für sie der Termin ungünstig lag und es auch ungeschickt sei, das Training auf zwei Wochenenden zu verteilen findet, das Training im November erneut statt.

"Hilfreiche Fragen"
Das Praxistraining für Lehrer/innen, Pädagogen/innen, Sozialpädagogen/innen, Sozialarbeiter/innen,
Berater/innen, Trainer/innen und andere (13.11.2004 und 14.11.2004)
www.hilfreichefragen.de

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4. Start des einjährigen Soft Skill Trainings "Prepare yourself for business"

Soft-Skill-Training: "Prepare yourself for business!"
(WS 2004/2005, SS 2005, Start am 23.10.2004)

Erfolgreiche Unternehmen warten auf erfolgreiche Bewerber/innen. Stellen Sie schon während des Studiums Ihre berufliche Weichen auf Erfolg! Eignen Sie sich die Kompetenzen an, die Unternehmen heute von Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen erwarten: Lernen Sie jetzt, Aufgaben ziel- und lösungsorientiert anzugehen! Trainieren und vertiefen Sie Ihre kommunikativen Fähigkeiten! Machen Sie sich fit für Projekt- und Teamarbeit! Entwickeln Sie Ihre persönliche Arbeitsorganisation und bauen Sie Ihr Selbstmanagement aus! Eignen Sie sich entsprechende Methoden und Techniken wie Moderation, Präsentation und Fragetechniken an.
Rüsten Sie sich für  Ihren erfolgreichen beruflichen Einstieg und Ihre Karriere mit dem Soft-Skill-Training in vier Modulen:
- Kontakt und Kommunikation
- Gruppe und Team
- Arbeit und Organisation
- Führung und Zusammenarbeit

Ausführliche Informationen finden Sie auf der dazugehörigen Website
www.prepare-for-business.de


Viel Spaß beim Surfen, Lesen und Fragenstellen

Ihr Uwe Straß

www.uwestrass.de
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